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Incoterms

Was sind Incoterms?

Seit 1936 regeln die Incoterms der Internationalen Handelskammer ICC weltweit eindeutig und einheitlich die Rechte sowie Pflichten zwischen Verkäufer und Käufer respektive Ex- und Importeur. Obwohl sie keinen Gesetzesstatus besitzen und einen Kaufvertrag nicht ersetzen, erleichtern die Incoterms doch dessen Gestaltung und verleihen beiden Seiten Rechtssicherheit. Am 1. Januar 2011 trat die gestraffte Version 2010 in Kraft. Hier finden Sie die wichtigsten Änderungen, Tipps im Umgang mit den Incoterms sowie einige Erläuterungen. Eine Übersicht auf Deutsch und Englisch steht darüber hinaus zum Download bereit.*
*(alle Angaben ohne Gewähr)

Incoterms 2010 zum Download

Aktuelle Version 2010 vs. Version 2000

Was sich in den Incoterms geändert hat

  1. Die seit 1. Januar 2011 gültige überarbeitete Version der Incoterms enthält nur noch elf statt 13 Klauseln.
  2. Diese wurden in zwei Kategorien unterteilt:
    a. Die für alle Transportarten gültigen Klauseln EXW, FCA, CPT, CIP, DDP sowie neu DAP und DAT, welche DEQ, DAF, DES und DDU ersetzen.
    b. FAS, FOB, CFR, CIF ausschließlich für See- und Binnenschifffahrt.
  3. DAP ersetzt DAF, DES und DDU.
  4. DAT ersetzt DEQ.
  5. Bei CIF, CFR, FOB erfolgt der Gefahrenübergang erst, wenn die Ware auf Schiffsdeck abgesetzt wird (früher: Schiffsreling).
  6. Bei den C-Klauseln gilt neu die Pflicht des Käufers, die versicherungsrelevanten Informationen bereit zu stellen.

Tipps zu den aktuellen incoterms

Was man über die aktuellen Incoterms wissen sollte

  1. Incoterms sind nur rechtskräftig, wenn sie ordnungsgemäß vereinbart wurden.
  2. Sie abzuändern gefährdet die Rechtssicherheit.
  3. Die Klauseln eignen sich ausschließlich für das B2B-Geschäft.
  4. Auch im nationalen Handel lassen sich die neuen Incoterms anwenden.
  5. Die Incoterms 2000 und älter behalten ihre Gültigkeit, daher empfiehlt sich die Angabe der jeweils verwendeten Version.
  6. Beim Containerversand empfiehlt die ICC, FCA statt FAS und FOB sowie CPT und CIP statt CFR und CIF anzuwenden.
  7. Anstatt DDP zu liefern, empfiehlt es sich für einen Absender, DAP oder DAT zu liefern mit dem Zusatz "inklusive Importabfertigung" oder "exklusive Importabfertigung": DDP stellt eine Maximalverpflichtung des Absenders dar, d.h. er übernimmt alle Kosten und Gefahren bis zum Bestimmungsort der Ware und ist verpflichtet, diese für die Aus- und Einfuhr freizumachen, alle Abgaben hierfür zu zahlen sowie alle Zollformalitäten zu erledigen. Mit dem Posten "Importabfertigung" trägt er dagegen lediglich die Verzollungskosten, die bei Lieferung DAP oder DAT an der Grenze für die Abfertigung anfallen.
  8. Sowohl für den Empfänger als auch für den Absender empfiehlt sich die Verwendung von FCA, benannter Ort, anstelle von EXW: 
    FCA schützt den Empfänger der Ware davor, selbst die Verladung organisieren und die Exportdokumente erstellen zu müssen, und bietet besseren Schutz bei Schäden, die im Zuge der Verladung entstehen.
    Aber auch der Absender profitiert von der eindeutigeren Regelung hinsichtlich Haftung, Kosten und Aufgabenumfang.

Erläuterungen zu einigen Incoterms

Erläuterungen zu einigen Klauseln

DAP
Die Klausel DAP (delivered at place/geliefert benannter Ort) sieht die Lieferung als erfolgt an, wenn die Ware dem Käufer auf dem ankommenden Beförderungsmittel entladebereit am benannten Bestimmungsort zur Verfügung gestellt wird. Der Verkäufer trägt alle Gefahren, die im Zusammenhang mit der Beförderung zu diesem Ort stehen. Sie ist also eine eher allgemeine Klausel, bei der der Bestimmungsort so genau wie möglich festzulegen ist.

DAT
Gemäß DAT (delivered at terminal/geliefert Terminal) liefert der Verkäufer die Ware, sobald diese vom ankommenden Beförderungsmittel entladen wurde und dem Käufer an einem benannten Terminal im benannten Bestimmungshafen oder -ort zur Verfügung gestellt wird. „Terminal" kann jeder Ort sein, überdacht oder nicht. Sei es ein Kai, eine Lagerhalle, ein Containerdepot oder ein Straßen-, Schienen- oder Luftfrachtterminal.

DDP
DDP stellt die Maximalverpflichtung für den Verkäufer dar. Dieser trägt alle Kosten und Gefahren bis zum Bestimmungsort der Ware und ist verpflichtet, diese für die Aus- und Einfuhr freizumachen, alle Abgaben für die Aus- und Einfuhr zu zahlen sowie alle Zollformalitäten zu erledigen.

EXW
Die Klausel EXW stellt die Mindestverpflichtung für den Verkäufer dar. Anders als bei der Verwendung von FCA hat der Verkäufer bei EXW gegenüber dem Käufer keine Verpflichtung, die Ware zu verladen oder für die Ausfuhr freizumachen. Verlädt er doch, trägt unter EXW der Käufer Gefahr und Kosten.